Der August bringt Schweizer Neuheiten mit ungewöhnlichen Ausgangspunkten: eine Hefe, die kurz im Weltraum war, ein Bier, dessen Erlös in den Bienenschutz fliesst, und ein Gin, der auf Dill setzt statt auf Zitrus. Dazu kommen zwei Manufakturen, die ihr Sortiment neu ausrichten, drei Lancierungen im Softdrink-Regal und, aus Deutschland, eine Teekollektion aus den Anden.


Unser SpaceBier

Launch-Sujet fuer das Unser SpaceBier mit Bierflasche und Rakete
Am 20. August lanciert: das Unser SpaceBier der Basler Brauerei Unser Bier. Bild: Unser Bier

Die Basler Brauerei Unser Bier hat am 20. August das Unser SpaceBier lanciert – ein Pale Ale mit 5,5 Volumenprozent, gebraut mit einer Hefekultur, die zuvor an Bord einer Rakete über 260 Kilometer hoch ins All geflogen ist. Hinter dem Experiment steht das Kompetenzzentrum für biomedizinische Weltraumforschung der Hochschule Luzern, das untersucht, wie sich lebende Zellen unter Schwerelosigkeit verhalten; der Erlös des Biers fliesst in dieses Forschungsprogramm. Bemerkenswert ist die Preisgestaltung: 42 Franken kostet die 33-Zentiliter-Flasche, abgegeben wird ausschliesslich ab Brauerei und nur harassweise zu zehn Flaschen. Das ist weniger ein Bier für den Durst als ein Sammlerstück mit Forschungsbeitrag.

Mehr zum SpaceBier auf unserbier.ch


Honey Beer

Honey Beer Flasche und Sechserpack vor einem Bienenstock
Das Honey Beer von Brauerei Locher und BienenSchweiz wird ausschliesslich mit Schweizer Honig gebraut. Bild: Brauerei Locher / BienenSchweiz

Die Brauerei Locher und der Imkerverband BienenSchweiz bringen gemeinsam das Honey Beer auf den Markt, gebraut ausschliesslich mit Schweizer Honig, der das Goldsiegel für kontrollierte Qualität und regionale Imkerei trägt. Die Brauerei beschreibt das leicht trübe, goldgelbe Bier mit dezenter Honigsüsse und feinen Holunderblütennoten; die Rezeptur eines früheren gemeinsamen Honigbiers wurde dafür grundlegend überarbeitet. Pro verkaufte Flasche fliessen fünf Rappen an BienenSchweiz, der die Mittel in Bienenschutzprojekte wie sein Förderprogramm für Blühflächen steckt. Bemerkenswert ist weniger die Kooperation an sich als ihre Dauerhaftigkeit: Das Honey Beer ist keine Limited Edition, sondern seit dem 17. August fest im Sortiment und schweizweit im Fach- und Detailhandel erhältlich.

Mehr zur Brauerei Locher auf appenzellerbier.ch


Dillirium

Flasche Dillirium Gin von Draft Brothers Winterthur
Frischer Dill statt Zitrus: der Dillirium der Winterthurer Draft Brothers. Bild: Draft Brothers

Die Winterthurer Stadtbrennerei Draft Brothers stellt mit dem Dillirium einen Gin vor, der frischen Dill ins Zentrum rückt. Neben Wacholder kommen Pfeffer, Kardamom, Koriander, Rosmarin und Muskatblüte zum Einsatz, abgerundet von einer zurückhaltenden Rosennote. Das Ergebnis beschreibt die Brennerei als herzhaft-krautig – ein Profil, das eher zum Gurken-Gin-Tonic und zu kräuterbetonten Cocktails passt als zum klassischen Aperitif. Die Flasche zu 50 Zentilitern kommt mit 43 Volumenprozent und kostet 59 Franken; zum Zeitpunkt der Recherche war der Gin über den Onlineshop der Brennerei erhältlich. Dill als Leitbotanical bleibt eine Nische, zeigt aber, wie weit sich die urbane Kleinbrennerei-Szene inzwischen vom Zitrus-Wacholder-Standard entfernt.

Mehr zum Dillirium auf draftbrothers.ch


Lakeland Single Malt, 20 Jahre

Kupferne Brennanlage der Spezialitaetenbrennerei Zuercher
Die Brennanlage der Spezialitätenbrennerei Zürcher in Port am Bielersee. Bild: Lakeland Whisky

Die Spezialitätenbrennerei Zürcher im bernischen Port bringt unter ihrer Marke Lakeland eine limitierte Abfüllung heraus: Der Single Lakeland Malt Whisky reifte zwanzig Jahre in einem First-Fill-Oloroso-Sherryfass und kommt als Single Cask mit 46 Volumenprozent in die 50-Zentiliter-Flasche, zu 98 Franken. Die Brennerei beschreibt intensive, süssliche Noten von Dörrfrüchten, Zimt und Vanille sowie Aromen von Getreide und Holz. Parallel erscheint der Lakeland Gin 2nd Edition. Ein zwanzig Jahre gereifter Schweizer Single Malt bleibt eine Ausnahmeerscheinung: Bis zum 30. Juni 1999 war das Brennen von Getreide hierzulande verboten, das Fass muss also aus den ersten Jahren nach der Liberalisierung stammen.

Mehr zu den Abfüllungen auf lakeland-whisky.ch


SONNEN Verjus-Linie

Drei Flaschen der neuen SONNEN Verjus-Linie in 25 Zentilitern
Verbotene Früchte, Wilde Blumen und Freche Kräuter: die neue 25-cl-Linie von SONNEN. Bild: SONNEN

Die Berner Getränkemanufaktur SONNEN erweitert ihr Verjus-Angebot um drei Getränke in der 25-Zentiliter-Flasche: Verbotene Früchte, Wilde Blumen und Freche Kräuter, jede mit einer eigenen Illustration von Gründerin Janique Sonnen. Laut Herstellerin kommen sie Anfang September in den Verkauf, während die bisherige Apéro-Linie nach sechs Jahren ausläuft. Grundlage ist Schweizer Verjus, der Saft unreifer Trauben – gewonnen aus Pinot Noir und Syrah aus Ligerz am Bielersee sowie Fendant aus Salgesch. Die Getränke kommen nach Angaben des Hauses ohne Zuckerzusatz und ohne künstliche Aromen aus. Der Schritt schärft das Profil: weg vom breiten Apéro-Sortiment, hin zu einer einzigen, klar definierten Rohstoffidee.

Mehr zur Verjus-Linie auf sonnen.ch


PLASH Mocktails

Drei Dosen PLASH Mocktails: Margarita Pink Guava, Mojito Lemon Mint und Spritz Orange Ginger
Margarita Pink Guava, Mojito Lemon Mint und Spritz Orange Ginger: die drei Mocktails von PLASH. Bild: PLASH

Das Westschweizer Einzelunternehmen PLASH aus La Tour-de-Peilz bringt drei trinkfertige Mocktails mit Elektrolyten in der 330-Milliliter-Dose: Mojito Lemon Mint, Margarita Pink Guava und Spritz Orange Ginger. Jede Dose liefert Magnesium, Calcium und Kalium in Mengen von mehr als fünfzehn Prozent des Referenzwerts. Alle drei Sorten haben nur 3 g Zucker (zuckerarm), nur 20-22 kcal (kalorienarm) und bis zu 10% Fruchtsaft pro 330ml-Dose. Hinter der Marke steht Gerhard Petzl, zuvor unter anderem bei Nestlé Schweiz tätig. PLASH positioniert sich selbst als europäische Pioniermarke für Mocktails mit Elektrolyten – ein Anspruch, der sich nicht unabhängig prüfen lässt. Interessanter als die Erstheitsfrage ist die Richtung: Alkoholfrei entwickelt sich weiter vom Verzichtsprodukt zum Funktionsgetränk.

Mehr zu den Sorten auf drinkplash.com


Drei Neuheiten im Schweizer Getränkeregal

Über Nestlé Waters Schweiz sind drei Neuheiten angekündigt worden. Sanpellegrino CIAO! – die einzige Marke davon aus dem Nestlé-Waters-Portfolio – verbindet Fruchtsaft mit einer Note sizilianischen Salzes, kommt in den Sorten Limette und Pfirsich, ohne zugesetzten Zucker und mit maximal zehn Kalorien pro 33-Zentiliter-Dose; erhältlich bei Coop, Denner und weiteren Händlern. hohes C Vitamin Water Antiox setzt auf Erdbeere und Himbeere mit Vitamin C, Vitamin E und Selen, zwanzig Prozent Fruchtsaft, in der 50-Zentiliter-PET-Flasche. granini Schweizer Apfel ist ein naturtrüber Saft aus hundert Prozent Schweizer Äpfeln mit Suisse-Garantie-Label, abgefüllt in Henniez. Die beiden letztgenannten Marken gehören Eckes-Granini Schweiz, einem Gemeinschaftsunternehmen, an dem Nestlé Waters als Minderheitsaktionärin beteiligt ist.

Mehr zur Lancierung auf swiss-press.com


Kammer-Kirsch: Bergamotte und ein Klassiker zurück

Cherry Brandy Likoer von Kammer-Kirsch
Der Cherry Brandy Likör von Kammer-Kirsch kehrt in überarbeiteter Rezeptur zurück. Bild: Kammer-Kirsch

Die badische Destillerie Kammer-Kirsch, hervorgegangen aus einer Lehr- und Versuchsbrennerei und seit 1923 unter diesem Namen im Handelsregister, bringt zwei Liköre. Neu ist der Bergamotten Likör aus Bio-Bergamotte mit 25 Volumenprozent, 0,5 Liter, unverbindlich empfohlen zu 25 Euro und ab sofort im Fach- und Onlinehandel. Der Cherry Brandy Likör dagegen ist eine Rückkehr: Er gehört seit über siebzig Jahren zur Geschichte des Hauses, das Rezept wurde für die Neuauflage leicht überarbeitet – 21,5 Volumenprozent, 0,5 Liter, 35 Euro. Beide bedienen ein Segment, das durch die Aperitif-Kultur der vergangenen Jahre spürbar an Gewicht gewonnen hat; gerade Bergamotte hat sich vom Teearoma zum gefragten Bitter-Zitrus-Träger entwickelt. Zur Verfügbarkeit in der Schweiz macht die Destillerie keine Angaben.

Mehr zu den beiden Likören auf about-drinks.com


Eduard/ Anden-Kollektion

Tees der Anden-Kollektion von Eduard aus Kolumbien und Peru
Die Anden-Kollektion des Berliner Labels Eduard/ versammelt fünf Positionen aus Kolumbien und Peru. Bild: Eduard Teas

Das Berliner Tee-Label Eduard/ von Tee-Sommelier Eduardo Molina legt nach dem Auftakt mit Himalaya-Tees seine zweite Kollektion vor. Die Anden-Kollektion versammelt fünf Positionen aus Kolumbien und Peru: grüner und weisser Tee sowie ein Schwarztee aus Kolumbien, ein Oolong und ein Schwarztee aus Peru. Dazu kommt mit Besos de Café eine Mischung, die Bio-Schwarztee mit gerösteten kolumbianischen Kaffeebohnen verbindet – die Kollektion umfasst also nicht ausschliesslich reine Herkunftstees. Laut Medienmitteilung stammen die Tees aus Andenlagen zwischen rund 1500 und 2500 Metern. Südamerika ist als Teeherkunft noch immer eine Randnotiz – umso interessanter, was in diesen Höhen entsteht. Ein Wermutstropfen für Schweizer Interessierte: Der Shop liefert laut Versandbedingungen derzeit nur nach Deutschland.

Mehr zur Anden-Kollektion auf eduardteas.com


Häufige Fragen zu den Getränke-Neuheiten

Welche neuen Getränke sind im August 2026 in der Schweiz erschienen?

Die Schweizer Neuheiten dieser Ausgabe sind das Unser SpaceBier der Basler Brauerei Unser Bier, das Honey Beer von Brauerei Locher und BienenSchweiz, der Dill-Gin Dillirium der Winterthurer Draft Brothers, die 20-jährige Lakeland-Abfüllung der Spezialitätenbrennerei Zürcher, die neue Verjus-Linie von SONNEN aus Bern, die Elektrolyt-Mocktails von PLASH sowie drei Lancierungen im Softdrink-Regal. Aus Deutschland kommen zwei Liköre von Kammer-Kirsch und die Anden-Kollektion des Tee-Labels Eduard/ dazu.

Verändert ein Raketenflug die Bierhefe wirklich?

Studien unter simulierter Mikrogravitation zeigen, dass sich Zellverhalten und Genexpression von Hefe verändern können. Ob sich der kurze Flug dieser konkreten Kultur im fertigen Bier sensorisch niederschlägt, ist offen – die Brauerei behauptet es auch nicht. Das SpaceBier ist damit vor allem ein Experiment mit Erzählwert und ein Beitrag an die Forschung, nicht ein belegter Qualitätssprung im Glas.

Was ist Verjus und wie schmeckt er?

Verjus ist der Saft unreifer Trauben, geerntet vor der eigentlichen Lese. Er bringt eine traubige Säure mit, deren Profil je nach Rebsorte und Herstellung variiert. In Küche und Getränken kann er Zitrone oder Essig ersetzen, schmeckt aber nicht identisch. Historisch war er in Europa lange gebräuchlich – im Französischen ist der Begriff bereits im 13. Jahrhundert belegt.

Warum enthalten immer mehr alkoholfreie Getränke Elektrolyte?

Elektrolyte wie Magnesium, Kalium, Calcium und Natrium sind für den Flüssigkeitshaushalt sowie die Nerven- und Muskelfunktion wichtig. Der Zusatz erlaubt es Herstellern, ein alkoholfreies Getränk als eigenständiges Produkt mit Zusatznutzen zu positionieren statt als Ersatz. Für die meisten Alltagssituationen lässt sich daraus jedoch kein zwingender Nutzen ableiten; bei natriumhaltigen Produkten ist zudem die Gesamtzufuhr im Blick zu behalten.

Wie ungewöhnlich ist ein 20 Jahre gereifter Schweizer Whisky?

Sehr ungewöhnlich. Das Brennen von Getreide zu Trinkalkohol war in der Schweiz bis zum 30. Juni 1999 verboten; erst danach begannen die ersten Brennereien mit dem Einlagern von Fässern. Eine 20-jährige Abfüllung stammt also zwingend aus den Anfangsjahren der Schweizer Whiskyproduktion. Zwanzigjährige Schweizer Abfüllungen gehören entsprechend zu den Ausnahmen.

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