2026 · jeden Freitag
Die kurze Antwort
Die Regel, Rotwein bei «Zimmertemperatur» zu servieren, stammt aus einer Zeit ohne Zentralheizung. Damals lag die Zimmertemperatur bei 16 bis 18 Grad. Heute sind Wohnräume 21 bis 23 Grad warm – und ein Rotwein, der so ins Glas kommt, wirkt breit und alkoholisch. Der Alkohol drängt sich vor, die Frische verschwindet.
Temperatur steuert, was wir überhaupt riechen und schmecken. Kälte dämpft die Aromen, betont dafür Säure, Gerbstoff und Frische. Wärme öffnet den Duft, lässt aber auch den Alkohol hervortreten. Ein zu kalter Weisswein bleibt darum verschlossen und stumm; ein zu warmer Rotwein wird plump. Wenige Grad entscheiden.
Aus dem Kühlschrank kommt Weisswein oft zu kalt – der kühlt auf rund 5 Grad. Vor dem Einschenken zehn Minuten stehen lassen genügt. Rotwein umgekehrt: 20 bis 30 Minuten in den Kühlschrank, statt ihn im geheizten Raum zu belassen. Wer kein Thermometer zur Hand hat, orientiert sich am Gefühl – die Flasche soll sich kühl anfühlen, nicht kalt.
| Schaumwein, Champagner | 6–8 °C |
| Süssweine, edelsüss | 8–10 °C |
| Weisswein, leicht · Rosé | 8–10 °C |
| Weisswein, kräftig (im Holz gereift) | 10–12 °C |
| Rotwein, leicht (Pinot Noir, Gamay) | 12–14 °C |
| Rotwein, kräftig (Bordeaux, Barolo, Syrah) | 16–18 °C |
Jeden Freitag eine Antwort aus der Welt des Genusses.











