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Frage der Woche
2026  ·  jeden Freitag

Umami ist die jüngste der fünf Geschmacksrichtungen – und die am meisten missverstandene.

Die kurze Antwort

Umami ist die herzhafte fünfte Geschmacksrichtung neben süss, sauer, salzig und bitter. Ausgelöst wird sie vor allem von Glutamat – einer natürlichen Aminosäure in gereiften und proteinreichen Lebensmitteln.

Benannt hat den Geschmack 1908 der japanische Chemiker Kikunae Ikeda. Er isolierte aus Kombu-Seetang die Glutaminsäure und erkannte, dass sich ihr voller, herzhafter Eindruck keiner der vier bekannten Geschmacksrichtungen zuordnen lässt. «Umami» bedeutet auf Japanisch sinngemäss «wohlschmeckend».

Umami steckt in Parmesan, reifen Tomaten, Sojasauce, getrockneten Pilzen, Fleischbrühe oder Sardellen. Spannend ist der Verstärkereffekt: Trifft Glutamat auf bestimmte Nukleotide – etwa in der japanischen Dashi-Brühe aus Kombu und Bonito –, vervielfacht sich der Eindruck. Genau das macht solche Kombinationen so befriedigend.

Wer einem Gericht Tiefe geben will, greift fast automatisch zu Umami-Quellen: ein Schuss Sojasauce, etwas Parmesan, ein Löffel Tomatenmark. Das Würzmittel Glutamat (MSG) ist letztlich nichts anderes als isoliertes Umami.

Auf einen Blick: Wo Umami steckt
Parmesan (lange gereift) sehr hoch
Sojasauce, Miso sehr hoch
Sardellen, Fischsauce sehr hoch
Reife Tomaten, Tomatenmark hoch
Getrocknete Pilze (Shiitake) hoch
Fleisch- und Knochenbrühe mittel

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