Der Sommer ist keine klassische Lancierungssaison – und doch hat sich in den vergangenen Wochen einiges bewegt. Auffällig ist, wie stark die Grenzen zwischen den Kategorien verschwimmen: Ein Bier bringt Koffein mit, ein Gin wird mit Regenwasser destilliert, und eine Sandwichkette wird zur Kaffeebar. Sieben Neuheiten aus der Schweiz und dem deutschsprachigen Raum – vom Appenzeller Jubiläumswhisky bis zum philippinischen Rum mit Sauternes-Finish.
PILGRIM Mate Bier

Die Klosterbrauerei Fischingen im Thurgau hat ihr Sortiment um ein Biermischgetränk erweitert, das zwei Trends gleichzeitig bedient. Das PILGRIM Mate Bier basiert auf dem hauseigenen Weizenbock, dessen Bananen-Nelken-Aroma mit Mate-Blättern, Schwarztee und etwas Limettensaft kombiniert wird. Mit 2,8 Prozent Alkohol fällt es in die wachsende Low-Alc-Kategorie, das Koffein aus den Mate-Blättern setzt einen Gegenakzent. Seit Anfang Juli ist die 33-Zentiliter-Dose im Brauereishop erhältlich, zu CHF 3.00 pro Dose, im Zwölferkarton zu CHF 39.90. Mate-Bier ist in Deutschland seit Jahren etabliert, in der Schweiz bislang eine Nische – Pilgrim besetzt sie mit einem eigenständigen Ansatz statt mit einer Kopie des Berliner Vorbilds.
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Säntis Malt «Alpfahrt»

Die Appenzeller Brauerei Locher feiert ein Doppeljubiläum – 140 Jahre in Familienbesitz, 200 Jahre Appenzeller Bier – und hat dazu Mitte Juni die limitierte Serie Säntis Malt «Alpfahrt» lanciert. Zwölf Abfüllungen mit zwölf unterschiedlichen Fassfinishes, darunter russische Eiche, Chianti und das hauseigene Bierfass. Alle Abfüllungen kommen mit 48 Volumenprozent, die Flaschen tragen applizierte Stickereien, der Preis liegt laut Hersteller bei CHF 89.50. Locher reift seinen Whisky seit 1999 in bis zu 130-jährigen Bierfässern und hat sich damit international einen Namen gemacht. Zwölf parallele Finishes sind allerdings weniger ein Reifekonzept als ein Schaufenster: Die Serie zeigt vor allem, wie breit das Fasslager des Hauses inzwischen aufgestellt ist.
Die Auflage beträgt rund 1’000 Flaschen pro Edition. Es gibt 12 verschiedene Editionen vom Gäsbueb bis zum Lediwage. Jeder der zwölf Whiskys ist eine eigenständige Abfüllung aus einer individuellen Charge. Dadurch ist jede Edition besonders und nur in limitierter Stückzahl erhältlich.
Mehr zur «Alpfahrt» auf saentismalt.com
Cherrapunji Eastern Craft Gin

Neu im Schweizer Handel ist ein Gin, der geografisch kaum weiter entfernt sein könnte: Der Cherrapunji Eastern Craft Gin stammt aus dem indischen Gliedstaat Meghalaya und wird mit gesammeltem Regenwasser destilliert – die Region gilt mit über 22’000 Millimetern Jahresniederschlag als eine der regenreichsten der Erde. Zwölf regionale Botanicals prägen das Profil, unter anderem Khasi-Mandarine, Himalaya-Wacholder, Kaji-Zitrone, geräucherter Tee, Kardamom und wilde Kurkuma. Abgefüllt wird mit 42,8 Volumenprozent in eine wiederverwendbare Edelstahlflasche mit handgezeichneter Illustration. In der Schweiz vertreibt der Zürcher Importeur ZARF Spirits den Gin exklusiv, zu CHF 57.00 für 750 Milliliter. Ein Konzeptgin, dessen Erzählung stimmig ist – ob das Glas hält, was die Flasche verspricht, muss die Verkostung zeigen.
Mehr zum Cherrapunji Gin auf zarfspirits.ch
Costa Coffee bei Subway Schweiz

Coca-Cola HBC bringt seine Kaffeemarke Costa Coffee in die Schweizer Systemgastronomie: Nach einem Pre-Launch im Mai wird die Marke im Sommer landesweit in 54 Subway-Filialen eingeführt. Das Sortiment reicht von klassischen Espresso-Getränken bis zu Eiskaffee-Varianten. Alain Mettler, Coffee Business Unit Manager bei Coca-Cola HBC, verweist auf die «wachsende Nachfrage nach hochwertigem Kaffee für unterwegs», Subway-Schweiz-CEO Sebastian Becker auf die zusätzlichen Konsumanlässe zwischen Frühstück und Nachmittagspause. Für Subway ist Kaffee ein Frequenzbringer, für Coca-Cola HBC ein Vertriebskanal ausserhalb des Detailhandels. Bemerkenswert ist weniger die Marke als das Muster: Der Kaffeemarkt wird zunehmend dort verteilt, wo Menschen ohnehin anstehen.
Mehr zur Partnerschaft auf ch.coca-colahellenic.com
waterdrop SOUR CHERRY

Der Wiener Microdrink-Hersteller waterdrop hat Ende Juli die Limited Edition SOUR CHERRY lanciert. Statt künstlichem Kirscharoma kommt Sauerkirschfruchtpulver zum Einsatz, das Ergebnis ist deutlich säurebetonter als die üblichen süssen Kirschvarianten. Der Würfel ist zuckerfrei und enthält Vitamin C sowie die B-Vitamine B1, B3, B5, B6 und B12. Anders als die koffeinhaltige Cherry-Boost-Linie kommt SOUR CHERRY ohne Koffein aus – laut CEO und Mitgründer Martin Murray die meistgeäusserte Kundenanfrage der vergangenen Jahre. Erhältlich ist die Edition in den waterdrop-Stores und online, flankiert von Accessoires im gleichen Design. Die Marke reitet damit den «Swour»-Trend, die Verbindung von süss und sauer, die derzeit von der Getränke- bis in die Modebranche reicht.
Mehr zu SOUR CHERRY auf waterdrop.ch
YULA Speyside Single Malt
Der unabhängige schottische Abfüller Douglas Laing hat YULA Anfang Juli dauerhaft im deutschen Markt platziert – der Speyside Single Malt war zuvor als limitierte Abfüllung erschienen und wird nun zur festen Portfoliogrösse. Das Profil ist sherrybetont, abgefüllt wird mit 40 Volumenprozent, der unverbindlich empfohlene Verkaufspreis liegt bei EUR 34.99. Den Vertrieb übernimmt Rising Brands, das im Juli beim Meininger’s International Spirits Award als Spirituosenimporteur des Jahres ausgezeichnet wurde. Für den Schweizer Markt ist YULA vorerst nicht angekündigt. Interessant ist die Preislage: Ein sherrygereifter Speyside unter 40 Euro ist inzwischen selten geworden – Douglas Laing zielt damit auf den Einstiegsbereich, den viele Marken über die Preisrunden der letzten Jahre verlassen haben.
Mehr zu YULA auf whiskyexperts.net
Tanduay Reserve Rum Sauternes Cask Finish

Die philippinische Destillerie Tanduay erweitert ihre Tesoro-Premium-Linie um den Tanduay Reserve Rum Sauternes Cask Finish. Der Rum reift mindestens vier Jahre in Ex-Bourbon-Fässern und anschliessend mindestens neun Monate in ausgewählten Sauternes-Fässern. Abgefüllt wird mit 42 Volumenprozent, der Preis liegt bei rund EUR 35. Im Aroma nennt der Hersteller Vanille, Eiche, Honig, Zwetschge und Kokos, am Gaumen ein halbtrockenes, weiches Bild mit Karamell und Mandel. Vertrieben wird die Abfüllung in Deutschland über die Destillerie Kammer-Kirsch, eine Schweizer Distribution ist bislang nicht kommuniziert. Tanduay ist gemessen am Absatz die meistverkaufte Rummarke der Welt – in Europa aber noch immer eine Randerscheinung, was Abfüllungen wie diese ändern sollen.
Mehr zum Tanduay Reserve auf kammer-kirsch.de
Häufige Fragen zu den Getränke-Neuheiten
Welche neuen Getränke sind im Juli 2026 in der Schweiz erschienen?
Die Schweizer Neuheiten dieser Ausgabe sind das PILGRIM Mate Bier der Klosterbrauerei Fischingen, die limitierte Whiskyserie Säntis Malt «Alpfahrt» der Brauerei Locher, der neu importierte Cherrapunji Eastern Craft Gin sowie die Einführung von Costa Coffee in 54 Subway-Filialen. Aus Österreich kommt die waterdrop-Limited-Edition SOUR CHERRY dazu, aus Deutschland der Speyside Single Malt YULA und der Tanduay Reserve Rum mit Sauternes-Finish.
Wo kann ich die neuen Getränke aus dem Juli 2026 kaufen?
Das PILGRIM Mate Bier gibt es im Brauereishop in Fischingen, die Säntis-Malt-Serie über den Fachhandel und saentismalt.com. Den Cherrapunji Gin vertreibt ZARF Spirits exklusiv in der Schweiz, die waterdrop-Edition läuft über die Marken-Stores und den Onlineshop. YULA und der Tanduay Reserve sind vorerst nur in Deutschland erhältlich, eine Schweizer Distribution ist bei beiden nicht angekündigt.
Warum enthalten immer mehr Biere Koffein?
Biermischgetränke mit Mate oder Tee zielen auf Konsumsituationen, die dem klassischen Bier bisher verschlossen waren: den frühen Abend, den Festivalnachmittag, das Getränk nach der Arbeit mit niedrigem Alkoholgehalt. Das PILGRIM Mate Bier kombiniert beides – 2,8 Prozent Alkohol und Koffein aus Mate-Blättern. In Deutschland ist die Kategorie seit rund fünfzehn Jahren etabliert, in der Schweiz beginnt sie erst, sich zu entwickeln.
Was bedeutet «Cask Finish» bei Whisky und Rum?
Ein Finish ist eine zweite, kürzere Reifephase in einem anderen Fasstyp als dem der Hauptreifung. Der Tanduay Reserve etwa reift vier Jahre in Ex-Bourbon-Fässern und danach neun Monate in Sauternes-Fässern, die dem Destillat Süsse und Fruchtnoten mitgeben. Bei Säntis Malt geht die Brauerei Locher einen Schritt weiter und stellt zwölf verschiedene Finishes derselben Grundbrandbasis nebeneinander.
Warum drängen Getränkekonzerne in die Systemgastronomie?
Der Detailhandel ist verteilt, die Margen sind eng. Kaffee in der Systemgastronomie dagegen wächst, weil er hohe Deckungsbeiträge liefert und Konsumanlässe schafft, die über den Mittagstisch hinausgehen. Die Partnerschaft von Coca-Cola HBC und Subway Schweiz zeigt das Muster: Der Getränkehersteller sichert sich Zugang zu 54 Standorten, der Gastronom füllt Randzeiten – ohne dass eine Seite eigene Filialen bauen muss.













