2026 · jeden Freitag
Die kurze Antwort
Beide Wörter stammen vom lateinischen aperire, «öffnen». Gemeint war der Magen: Bitterstoffe und Kräuter sollten Speichelfluss und Magensaft anregen und so den Appetit vorbereiten. Diese Begründung kommt aus der alten Kräutermedizin – sie erklärt, warum der Aperitif bitter und trocken ist, taugt aber eher als kulturelle Herleitung denn als klinischer Nachweis.
Warum der Apéro eine Schweizer Angelegenheit ist
Der Duden führt «Apéro» als besonders schweizerisch und als Kurzform von Aperitif. In der Schweiz ist daraus längst etwas Eigenes geworden: kein Getränk, sondern ein Format. Nach der Vernissage, der Generalversammlung, der Taufe – man geht «in den Apéro». Der Apéro riche treibt es weiter: so reichhaltig, dass er das Abendessen ersetzt. In Frankreich hiesse das apéritif dînatoire, in Deutschland erntet der Satz vor allem Fragezeichen.
Was ins Glas gehört – und was nicht
Die Regel ist alt und kurz: trocken statt süss, moderat im Alkohol, kalt serviert. Klassiker sind Schaumwein, trockener Weisswein, Wermut, Bitteraperitifs wie Campari oder Aperol sowie Fino-Sherry. Alkoholfreie Aperitifs mit Bitternote erfüllen dieselbe Aufgabe. Was nicht funktioniert: Süsses und Schweres. Beides sättigt, statt zu öffnen – und arbeitet damit gegen den einzigen Zweck, den der Aperitif hat.
| Aperitif | Das Getränk vor dem Essen |
| Apéro (CH) | Der gesellige Anlass dazu |
| Apéro riche | Ersetzt das Abendessen |
| Herkunft | lat. aperire = öffnen |
| Ins Glas | trocken, moderat, kalt |
Jeden Freitag eine Antwort aus der Welt des Genusses.













