Der Rosé, der Neuenburg prägt
Der Oeil de Perdrix ist ein Roséwein aus reinem Pinot Noir. Die Trauben werden nur kurz auf der Maische belassen, dann sanft gekeltert. So entsteht die zarte, lachsfarbene Farbe, die dem Wein seinen Namen gibt: Sie erinnert an die Farbe im Auge des Rebhuhns. Aus diesem Bild leitet sich «Oeil de Perdrix» ab, das Auge des Rebhuhns.
Im Glas zeigt sich der Wein frisch und animierend. Er verbindet Frucht mit Struktur. Typisch sind Aromen von roten Früchten, manchmal auch ein Hauch Mandarine oder Karamell. Charmant, rund und doch komplex – das macht ihn so wandelbar.

Am Tisch ist er ein dankbarer Begleiter. Er passt zum Apéro ebenso wie zu Fisch, zur sommerlichen Küche oder zu exotisch gewürzten Gerichten. Wer einen Schweizer Rosé mit Profil sucht, wird hier fündig. Ein Wein für viele Gelegenheiten.
Von 1861 bis heute: die Geschichte des Originals
Den genauen Ursprung des Oeil de Perdrix kann niemand datieren. Die älteste bekannte Spur aber ist klar belegt. Sie führt ins Jahr 1861, als der Weinhändler und Encaveur Louis Bovet aus Areuse die erste Etikette mit dem Schriftzug «Œil-de-Perdrix» drucken liess. Diese Etikette gilt heute als der älteste bekannte Nachweis für diesen Weintyp auf Neuenburger Boden.
Der gute Ruf der Region reicht weiter zurück. Schon der Comte d’Escherny schrieb in einem Brief an Jean-Jacques Rousseau, die Weine von Cortaillod seien in guten Jahren so gut wie die besten Burgunder. Diese Einordnung stammt aus dem 18. Jahrhundert.

Bekannt über den Kanton hinaus wurde der Oeil de Perdrix erst nach dem Zweiten Weltkrieg. Er verbreitete sich in der ganzen Romandie und bis ins Tessin. Im gleichen Zeitraum entstand die schweizerische AOC-Politik. Doch die Neuenburger sicherten den Namen nicht rechtzeitig. So wurde «Oeil de Perdrix» zum Gattungsbegriff, der heute in der ganzen Schweiz verwendet wird.
Für Kenner bleibt der Neuenburger dennoch das Original. Aus dieser Erfahrung zogen die Winzer eine Lehre: Sie schützten mit der Perdrix Blanche konsequent eine jüngere Spezialität.
Auf einen Blick: Neuenburger Œil de Perdrix
| Weintyp | Roséwein aus 100 % Pinot Noir, kurz mazeriert |
| Farbe & Name | Zart lachsfarben – benannt nach der Farbe im Auge des Rebhuhns |
| Älteste Spur | 1861, Etikette des Encaveurs Louis Bovet aus Areuse |
| Verbreitung | Nach 1945 schweizweit; der Name ist heute ein Gattungsbegriff |
| Status | Für Kenner gilt der Neuenburger als «das Original» |
| AOC-Ertrag | Max. 800 g Pinot Noir pro m² – der tiefste Ertrag der Schweiz |
| Jubiläum 2026 | 165 Jahre, gefeiert am 18. Juni 2026 in Neuchâtel |
Terroir und Handwerk: warum das Original das Original bleibt
Die Qualität hat handfeste Gründe. Die Neuenburger AOC-Regeln erlauben maximal 800 Gramm Pinot Noir pro Quadratmeter. Das ist der tiefste zugelassene Ertrag der Schweiz. Wer weniger erntet, gewinnt an Konzentration.
Dazu kommt das Terroir. Die Böden sind arm an Humus, aber reich an Mineralsalzen, das Klima ist gemässigt. Manche Reben müssen tief wurzeln, um Nährstoffe zu finden. Das prägt Bukett und Geschmackstiefe.
Der Pinot Noir ist die Leitsorte des Kantons. Er bedeckt rund die Hälfte der etwa 600 Hektar Rebfläche, und ein grosser Teil davon fliesst in den Oeil de Perdrix. Statistisch ist damit jede dritte Flasche aus Neuenburg ein Oeil de Perdrix. Eine Zahl, die seine Bedeutung zeigt.
165 Jahre – neue Flasche, neuer Cocktail
Zum Jubiläum präsentieren die Neuenburger Weingüter den Wein in einer neuen, transparenten Flasche. Sie bringt die zart leuchtende Farbe besonders gut zur Geltung. Das Design wirkt zeitgemäss, ohne mit der Tradition zu brechen.

Auch die Barkultur kommt ins Spiel. Sechs Neuenburger Mixologen stellten sich der Aufgabe, einen Signature-Cocktail auf Basis des Oeil de Perdrix zu kreieren. Eine Jury aus Winzern und Gastronomen bewertete die Kompositionen.
Als Sieger ging «Le Clin d’Œil» von Juleps Cocktail hervor. Die Jury lobte ihn als subtil, elegant und zeitgemäss. Eine raffinierte Neuinterpretation des Klassikers.
Die Degustation am 18. Juni: was dich erwartet
Gefeiert wird am Donnerstag, 18. Juni 2026, auf der Place du Port in Neuchâtel, direkt am See. Die öffentliche Degustation läuft von 17 bis 20 Uhr. Zur Auswahl stehen 35 verschiedene Oeil de Perdrix.
Der Eintritt kostet 20 Franken, das Degustationsglas ist inbegriffen. Für Verpflegung sorgen Foodtrucks, dazu gibt es musikalische Unterhaltung. Ein Sommerabend mit Weinkultur am Wasser.

Ab 21 Uhr wird es sportlich: Das WM-Spiel der Schweizer Nationalmannschaft läuft live auf Grossleinwand. Wer ohne Auto anreist, profitiert von Gratis-Shuttlebussen zwischen La Chaux-de-Fonds, Boudevilliers und Neuchâtel.
Tickets gibt es online sowie auf der offiziellen Seite von Neuchâtel Vins et Terroir. Wer den Abend plant, sichert sich das Ticket früh. Die Plätze am See sind beliebt.
Für alle, die tiefer in die Welt des Schweizer Rosés eintauchen wollen, lohnt der Blick auf den Pinot Noir – die Sorte hinter dem Original.
Häufige Fragen zu Oeil de Perdrix
Was ist Oeil de Perdrix genau?
Oeil de Perdrix ist ein Roséwein aus reinem Pinot Noir, dessen Trauben nur kurz mazeriert werden. Daraus entsteht die typische lachsfarbene Robe. Der Name bedeutet «Auge des Rebhuhns» und verweist auf diese zarte Farbe. Der Wein zeigt sich frisch, fruchtig und rund und gilt als Wahrzeichen der Neuenburger Weintradition.
Warum gilt der Neuenburger Oeil de Perdrix als «das Original»?
Die älteste bekannte Etikette mit dem Namen stammt von 1861 aus Areuse im Kanton Neuenburg. Weil die Winzer den Begriff nicht rechtzeitig schützten, wurde er zum Gattungsbegriff und wird heute schweizweit verwendet. Der Neuenburger Oeil de Perdrix beansprucht jedoch die historische Herkunft und gilt unter Kennern deshalb als das Original.
Wann und wo findet das 165-Jahr-Fest statt?
Das Jubiläumsfest steigt am Donnerstag, 18. Juni 2026, auf der Place du Port in Neuchâtel. Die öffentliche Degustation dauert von 17 bis 20 Uhr. Der Eintritt kostet 20 Franken inklusive Degustationsglas. Ab 21 Uhr wird das WM-Spiel der Schweizer Nati auf Grossleinwand übertragen. Gratis-Shuttlebusse verbinden La Chaux-de-Fonds, Boudevilliers und Neuchâtel.
Wie schmeckt Oeil de Perdrix und wozu passt er?
Der Wein verbindet Frische mit Struktur und zeigt Aromen von roten Früchten, manchmal mit einem Hauch Mandarine oder Karamell. Er wirkt charmant, rund und komplex zugleich. Am Tisch passt er vom Apéro bis zum Dessert, besonders zu Fisch, sommerlicher Küche und exotisch gewürzten Gerichten.
Was ist am Oeil de Perdrix zum Jubiläum neu?
Zum 165-Jahr-Jubiläum erhält der Œil de Perdrix eine neue, transparente Flasche, die seine leuchtende Farbe betont. Zusätzlich kreierten sechs Neuenburger Mixologen Signature-Cocktails auf Basis des Weins. Eine Jury kürte «Le Clin d’Œil» von Juleps Cocktail zum Sieger – eine moderne, elegante Neuinterpretation des Klassikers.













