Der Juni bringt Bewegung in die Schweizer Genusslandschaft – von der Höhe bis ans Seeufer. Auf dem Titlis öffnet ein Gipfelrestaurant von Herzog & de Meuron, an der Zürcher Goldküste und in der Innenstadt starten zwei ambitionierte Lokale, in Basel vollzieht sich ein Generationenwechsel am Herd. Dazu kommen eine Signature-Glace aus zwei Michelin-Sternen und ein Tessiner Hotel, das sein Jahrhundert feiert. Ein Überblick mit Substanz.

Food-Szene

Tanja Grandits giesst ihre Aromenküche in den Becher

Eine Anordnung aus Eisbechern, einem Glas und Limettenscheiben auf einem Holzbrett, eingerahmt von belaubten Zweigen. Auf den Etiketten steht „Kalte Lust“ und „Tanja Grandits“. Der Hintergrund ist grün.

Die höchstdekorierte Köchin der Schweiz, Tanja Grandits (2 Michelin-Sterne, 19 GaultMillau-Punkte, Restaurant Stucki Basel), hat für die Glacemanufaktur Kalte Lust eine Limited Edition kreiert: «Yogurt, Lime & Sencha» verbindet cremigen Joghurt mit sonnengereifter Limette und den feinherben Noten japanischen Sencha-Grüntees. Frische als Leitmotiv, Säure als Spannungsträgerin – die Handschrift der Basler Spitzenköchin lässt sich herausschmecken. Kalte Lust pflegt solche Kollaborationen als Qualitätsausweis; vor Grandits kreierten bereits Franck Giovannini und Peter Knogl eigene Sorten. Die Edition ist seit dem 1. Juni für begrenzte Zeit erhältlich – in den Gelaterias Olten und Aarau, im Chalet Grindelwald sowie in Coop-Filialen schweizweit.

Mehr dazu bei Primus Communications

Kägi-CEO Cedric El-Idrissi wechselt an die Getränkefront

Personalrochade an der Schnittstelle von Lebensmittel- und Getränkebranche: Cedric El-Idrissi, CEO des Waffel-Herstellers Kägi Söhne AG und früherer Olympia-Hürdenläufer, übernimmt ab August 2026 als CEO und Mitinhaber die Führung der AQVA Group, des Getränkeunternehmens hinter den Marken Adelbodner und PEAQ. Mitgründer Lionel Hofstetter, bisher CEO, konzentriert sich künftig auf Markenstrategie, Innovation und neue Geschäftsfelder. Für Kägi bedeutet der Abgang die Suche nach einer neuen operativen Spitze, für AQVA den Einstieg eines Managers mit Markenerfahrung aus dem Süsswarengeschäft. Die Personalie zeigt, wie durchlässig die Führungsebenen zwischen den Genussbranchen geworden sind, wie das Unternehmen mitteilt.

Mehr dazu bei der AQVA Group

Gastro-Szene

Joseph’s: Casual Fine Dining auf 3020 Metern

Spektakulärer kann eine Restauranteröffnung kaum ausfallen: Am 3. Juni hat das Joseph’s im neuen Titlis Tower den Betrieb aufgenommen – einem Bau von Herzog & de Meuron auf 3020 Metern über Meer, entwickelt aus dem früheren Antennenturm. Die kulinarische Leitung liegt bei André Kneubühler, von GaultMillau als «Entdeckung des Jahres 2025» geadelt. Sein Konzept: modernes Casual Fine Dining mit 360-Grad-Panorama. Wer kürzer verweilt, findet in der angegliederten Joseph’s Alpine Lounge eine einfachere Karte. Damit erhält die Innerschweizer Berggastronomie eine Adresse, die architektonischen Anspruch und Küchenambition auf Augenhöhe bringt – ungewöhnlich für ein Ausflugsziel dieser Höhenlage.

Mehr dazu bei htr hotelrevue

«Pavillon» an der Zürcher Goldküste

Ein modernes Restaurantinterieur mit großen Fenstern, Holztischen und -stühlen, einem runden Kronleuchter und gewölbten Steintüröffnungen. Natürliches Licht erhellt den Raum, und draußen ist Grün zu sehen.
Bildnachweis: Küchel Architects

Das Boutique Hotel Sonne in Küsnacht (ZH) öffnet direkt am Zürichsee sein neues Restaurant Pavillon – nach Verschiebung nun am 17. Juni. Aus der früheren «Sonnengalerie» entstand zusammen mit Küchel Architects ein offenes Raumkonzept, das Restaurant, Lounge und Bar verbindet. Als Executive Chef kocht David Lange, zuvor Sous-Chef im «Sternen» Wangen und acht Jahre im «The Restaurant» des Dolder Grand. Als Konzeptgeber und Coach im Hintergrund agiert Heiko Nieder, Culinary Director des Dolder, den Hotelbesitzer Urs Schwarzenbach ins Boot holte. Die Küche setzt auf regionale Produkte mit internationalen Einflüssen und eine klare, zeitgenössische Linie, wie die Hotellerie Gastronomie Zeitung berichtet.

Mehr dazu bei https://sonne.ch/

Brasserie Suisse: ein Lokal nur für Schweizer Produkte

Eine schmale europäische Straße mit hohen Gebäuden, einem hängenden Schild mit der Aufschrift „BRASSERIE“ und einer kleinen Schweizer Flagge, während Sonnenlicht die Szene erhellt.

Mitten in Zürich, an der Weite Gasse 6, ist mit der Brasserie Suisse ein Restaurant entstanden, das konsequent auf Schweizer Produkte mit AOP- und IGP-Zertifizierung setzt. Geschäftsführer ist Sascha Jänicke. Das Konzept ist deklarativ gemeint: keine internationalen Beschaffungswege, sondern Herkunftssicherheit als Versprechen an den Gast – vom Käse über das Fleisch bis zu den verarbeiteten Spezialitäten. Geöffnet ist von Montag bis Samstag, 11 bis 23 Uhr. In einer Gastronomie, die mit Regionalität oft eher wirbt als liefert, ist die kompromisslose Beschränkung auf geschützte Schweizer Ursprungsbezeichnungen eine Ansage – und ein Prüfstein, an dem sich das Lokal künftig messen lassen muss, wie die Betreiber mitteilen.

Mehr dazu bei Brasserie Suisse

Teufelhof Basel: Generationenwechsel nach 36 Jahren

Im Basler Kulturhaus Teufelhof endet eine Ära: Michael Baader, seit 36 Jahren prägende Küchenfigur des Hauses, geht in Pension. Seine Nachfolge tritt per 1. Juli Christoph Hartmann an, der seine Kochlehre einst im Teufelhof selbst absolvierte. Zuletzt entwickelte er für die Wyniger-Gruppe die Taverne Johann zum eigenständigen Quartierrestaurant und erkochte dort 13 GaultMillau-Punkte; die Taverne verlässt er Ende Mai 2026. Hartmann steht für eine regional verankerte Küche – eine Linie, die zur kulturell aufgeladenen Identität des Teufelhofs passt. Der Wechsel ist mehr als eine Personalie: Er stellt die Frage, wie ein Haus seine kulinarische Handschrift über einen solchen Einschnitt hinweg bewahrt, wie GastroJournal berichtet.

Mehr dazu bei der Hotellerie Gastronomie Zeitung

Lake Side wird zur Ibiza-Seelounge

Ein Restaurant am Seeufer mit Tischen unter großen gelben Sonnenschirmen erstreckt sich über das klare Wasser, umgeben von Felsen und Bäumen, und an sonnigen Tagen sind im Hintergrund Berge zu sehen.

Saisonales Konzept am Zürichhorn: Das Restaurant Lake Side der Kramer Gastronomie verwandelt seinen Standort an der Bellerivestrasse diesen Sommer in eine Seelounge mit ausgesprochenem Ibiza-Einschlag. Die Lage – im Grünen, direkt am Wasser und doch mit dem öV wie dem Auto gut erreichbar – soll zum sommerlichen Treffpunkt werden. Kulinarisch bleibt der Fokus auf Fisch, Krustentieren und Sushi. Das Format reiht sich in einen Trend ein, der etablierte Seerestaurants über die warme Saison in atmosphärische Aussenlounges überführt – ein Modell, das von der Lage lebt und mit ihr steht oder fällt, wie die Kramer Gastronomie mitteilt.

Mehr dazu bei https://lake-side.ch/

Hotellerie

100 Jahre Villa Principe Leopoldo, Lugano

Schweizer Genuss-Roundup Juni 2026: Eine prächtige Villa mit rotem Ziegeldach und üppigen Gärten liegt an einem ruhigen See, umgeben von hohen Bergen bei Sonnenuntergang, während in der Ferne Städte auf den Hängen zu sehen sind.

Im Tessin feiert ein Klassiker der Schweizer Luxushotellerie sein Jahrhundert: Die Villa Principe Leopoldo hoch über dem Luganersee begeht 2026 ihr 100-jähriges Bestehen. Prinz Friedrich Leopold von Hohenzollern liess die Residenz einst als Ort der Ruhe und Gastfreundschaft errichten; heute führt sie das Haus als reines Suitenhotel. Kulinarisches Aushängeschild ist das Ristorante La Luce unter Executive Chef Cristian Moreschi, ausgezeichnet mit 16 GaultMillau-Punkten und einer mediterran-leichten Linie. Zum Jubiläum kreierte Bar Manager Livio Agus den Signature-Cocktail «Glamour» mit Tessiner Gin, Matcha und regionalem Honig. Das Haus bringt eine Tessiner Stimme in den Reigen der historischen Schweizer Grandhotels, wie das Hotel mitteilt.

Mehr dazu bei der Villa Principe Leopoldo

Häufige Fragen

Wann und wo eröffnete das Restaurant Joseph’s auf dem Titlis?

Das Joseph’s nahm am 3. Juni 2026 im neuen Titlis Tower den Betrieb auf, einem Bau von Herzog & de Meuron auf 3020 Metern über Meer. Executive Chef ist André Kneubühler, GaultMillaus «Entdeckung des Jahres 2025». Das Restaurant setzt auf Casual Fine Dining mit 360-Grad-Panorama; ergänzend gibt es die Joseph’s Alpine Lounge mit einfacherer Karte.

Wer übernimmt die Küche im Basler Teufelhof?

Christoph Hartmann wird per 1. Juli 2026 neuer Küchenchef im Teufelhof. Er folgt auf Michael Baader, der nach 36 Jahren in Pension geht. Hartmann lernte einst im Teufelhof, entwickelte zuletzt die Taverne Johann der Wyniger-Gruppe und erkochte dort 13 GaultMillau-Punkte.

Was ist das Besondere an der Brasserie Suisse in Zürich?

Die Brasserie Suisse an der Weite Gasse 6 verarbeitet ausschliesslich Schweizer Produkte mit AOP- und IGP-Zertifizierung. Damit macht das Lokal von Geschäftsführer Sascha Jänicke geschützte Herkunftsbezeichnungen zum durchgängigen Konzept statt zum Marketingargument. Geöffnet ist Montag bis Samstag, 11 bis 23 Uhr.

Welche Glace hat Tanja Grandits kreiert?

Für die Manufaktur Kalte Lust komponierte Tanja Grandits die Limited Edition «Yogurt, Lime & Sencha» – Joghurt, Limette und japanischer Sencha-Grüntee. Sie ist seit dem 1. Juni 2026 für begrenzte Zeit erhältlich, unter anderem in den Gelaterias Olten und Aarau, im Chalet Grindelwald und in Coop-Filialen.

Warum ist die Villa Principe Leopoldo 2026 ein Thema?

Das Tessiner Suitenhotel über dem Luganersee feiert sein 100-jähriges Bestehen. Sein Ristorante La Luce trägt unter Executive Chef Cristian Moreschi 16 GaultMillau-Punkte. Zum Jubiläum entstand zudem der Signature-Cocktail «Glamour» mit Tessiner Gin, Matcha und regionalem Honig.

Michel Haefeli
Michel Haefeli ist Chefredaktor und Herausgeber von drinks-and-more.ch. Er war viele Jahre als Journalist für verschiedene Medien tätig und ist zudem ausgebildeter PR Berater.

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