Das Kochbuch
Mit 480 Seiten im großzügigen Format (26,2 x 22 cm) und einem Gewicht von knapp zwei Kilo hat „How to Cook“ das Zeug zum echten Küchenwerkzeug. Die gebundene Ausgabe ist robust genug, um Spritzer, Mehlstaub und häufiges Aufschlagen zu überstehen. Der DK Verlag bleibt seinem Ruf treu: strukturiert, klar, didaktisch durchdacht. Das Buch ist kein Hochglanz-Coffeetable-Objekt, sondern ein Arbeitsmittel – und das ist hier ausdrücklich positiv gemeint. Es will benutzt werden.
Inhalt und Rezepte
Das Herzstück sind über 350 Rezepte, die eine beeindruckende Bandbreite abdecken: von Klassikern wie Kartoffelgratin, Käsespätzle und Spaghetti Bolognese bis zu modernen Lieblingsgerichten wie Shakshuka, Kokos-Dal oder Banh Mi. Die Auswahl ist bewusst international gehalten, ohne dabei verkrampft trendy zu wirken. Jedes Rezept kommt mit präzisen Anleitungen und den bereits erwähnten 600 Schritt-für-Schritt-Fotos – ein enormer Vorteil für visuelle Lerner. Wann ist das Steak wirklich medium? Wie sieht blanchiertes Gemüse aus? Wie pochiert man ein Ei korrekt? All das wird nicht nur beschrieben, sondern gezeigt. Die Rezeptauswahl ist alltagstauglich und realistisch: keine exotischen Zutaten, keine aufwendigen Techniken, die man als Hobbykoch ohnehin nicht braucht. Kritisch anmerken lässt sich allerdings, dass bei einigen internationalen Gerichten Variationsmöglichkeiten fehlen – etwa vegetarische Alternativen oder Gewürzvarianten. Hier hätte man noch mehr Flexibilität bieten können.
Der Autor / Die Autorin
„How to Cook“ hat keinen einzelnen Autor oder Autorin im klassischen Sinn – es ist ein Gemeinschaftswerk des DK-Verlagsteams. Das ist typisch für den Dorling Kindersley Verlag, der seit Jahrzehnten für visuell aufbereitete Wissenswerke bekannt ist. Die deutsche Übersetzung stammt von Wiebke Krabbe und Katrin Höller, die dafür sorgen, dass die Sprache klar und verständlich bleibt. Der Verzicht auf eine prominente Autor:innenfigur ist hier kein Nachteil – im Gegenteil: Das Buch wirkt dadurch weniger subjektiv, mehr wie ein neutrales Nachschlagewerk. Wer eine persönliche Handschrift oder emotionale Erzählstimme sucht, wird hier jedoch nicht fündig. Das ist aber auch nicht die Absicht.
Gestaltung und Aufmachung
Der DK Verlag spielt hier seine Stärken voll aus: Die über 750 farbigen Fotos sind sauber, gut ausgeleuchtet und zeigen genau das, was sie sollen – keine überinszenierte Food-Fotografie, sondern klare, hilfreiche Bilder. Die Layouts sind übersichtlich, die Typografie funktional. Man merkt, dass hier Profis am Werk waren, die wissen, wie man komplexe Inhalte visuell zugänglich macht. Die Farbgebung in Weiss und Grau wirkt dezent und modern, ohne dabei steril zu sein. Einziger kleiner Kritikpunkt: Die Bindung hätte bei einem Arbeitsbuch dieser Grösse noch stabiler sein dürfen – man möchte es schliesslich aufgeschlagen auf der Arbeitsplatte liegen lassen können, ohne dass es ständig zuklappt.
Der Schwierigkeitsgrad
Das Buch richtet sich klar an Einsteiger:innen – an Jugendliche, Studierende oder alle, die bisher wenig bis gar nicht gekocht haben. Die Grundlagen werden von A bis Z erklärt: Wie hält man ein Messer? Wie bereitet man einen Fond zu? Was bedeutet „reduzieren“? Das ist für absolute Anfänger:innen Gold wert. Fortgeschrittene Hobbyköche werden hier allerdings wenig Neues entdecken. Das Buch hält, was es verspricht: Es ist eine Kochschule, kein Inspirationsbuch für erfahrene Geniesser. Die Schwierigkeitsstufen der Rezepte bewegen sich im unteren bis mittleren Bereich – perfekt, um Selbstvertrauen aufzubauen, aber nicht geeignet, um kulinarische Grenzen auszuloten.
Fazit
„How to Cook“ ist ein ehrliches, solides und durchdachtes Grundkochbuch, das genau das tut, was es soll: Kochen vermitteln. Die Kombination aus präzisen Anleitungen, umfassenden Fotos und alltagstauglichen Rezepten macht es zu einem idealen Begleiter für alle, die endlich selbstständig in der Küche stehen wollen. Es ist kein Buch für Food-Enthusiasten, die nach kreativer Inspiration suchen, sondern ein Werkzeug für alle, die Grundlagen brauchen – und genau darin liegt seine Stärke. Wer ein erstes Kochbuch sucht, ein Geschenk für Erstsemester oder junge Erwachsene plant oder einfach seine Küchentechniken systematisch auffrischen möchte, macht hier nichts falsch. Der Preis von knapp 35 Euro ist angesichts des Umfangs und der Qualität absolut gerechtfertigt.













