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Freitag, Dezember 12, 2025
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GastroSuisse sieht Gastrobranche durch Frankenkurs bedroht

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Ein Jahr nach der Aufhebung des Euro-Mindestkurses sind die Auswirkungen im Gastgewerbe und im Tourismus laut GastroSuisse deutlich zu spüren. „Viele Gäste aus dem Euroraum bleiben aus, Schweizerinnen und Schweizer konsumieren vermehrt im Ausland und auf den Unternehmen lastet ein hoher Kostendruck. Betriebe und Arbeitsplätze sind bedroht“, schreibt der Gastroverband in einer Medienmitteilung und fordert stabilisierende Massnahmen.

„Der aktuelle Währungskurs belastet das Gastgewerbe extrem“, stellt Casimir Platzer, Präsident von GastroSuisse, fest. „Die Unternehmen stehen aufgrund von Gästeschwund und Wettbewerbsnachteilen unter gewaltigem Druck, der sie teilweise in ihrer Existenz bedroht. In dieser Ausnahmesituation erwarten wir von der Nationalbank eine Währungspolitik, die der Wirtschaft dient und für Stabilität sorgt“, konkretisiert er.

„Ernstzunehmende Gefährdung des Wohlstandes“

„Ein Wirtschaftsgipfel zur Frankenstärke könnte ein Weg sein, um griffige Lösungen zu diskutieren“, schlägt Remo Fehlmann, Direktor von GastroSuisse, vor. „Die Aufhebung des Mindestkurses trifft nicht nur unsere Branche, sondern die gesamte Volkswirtschaft und stellt somit eine ernst zu nehmende Gefährdung unseres Wohlstandes dar.“

Nach Ansicht von GastroSuisse reicht es nicht aus, wenn die gastgewerblichen Betriebe verschiedene Massnahmen ergreifen, um mit der Situation umzugehen. So werden zum Beispiel die Kosten so gut es geht optimiert, die Preise möglichst stabil und die Qualität hoch gehalten. Zunehmend setzen die Betriebe auf Kooperationen, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen und das Innovationspotenzial zu steigern.

Wirtschaftsfreundliche Rahmenbedingungen gefordert

Der Branchenverband fordert aber mehr, insbesondere von der Politik und der Nationalbank: „Wirtschaftsfreundliche Rahmenbedingungen sind in diesem Kontext wichtiger denn je und weitere Regulierungen ein Tabu. Massnahmen zum Ausgleich der Frankenstärke sind unerlässlich, denn die langfristigen Auswirkungen der Frankenstärke werden sich erst noch zeigen. Dies umso mehr, als das Image der teuren Schweiz auf lange Sicht in den Köpfen der Menschen verankert zu sein droht“, schreibt GastroSuisse.

GastroSuisse fordert insbesondere den Abbau von ungerechtfertigten Schweiz-Zuschlägen, die dauerhafte Verankerung des Beherbergungssatzes und kostengünstige und unbürokratische Einreisemöglichkeiten für Touristen aus Drittstaaten.

Hintergrund

Im Gastgewerbe ist der Umsatz im vergangenen Jahr deutlich zurückgegangen. Laut der Konjunkturumfrage Gastgewerbe der Konjunkturforschungsstelle KOF ist er allein in den ersten drei Monaten um 5.4 Prozent gesunken. Dieser Trend hat sich in den folgenden Quartalen fortgesetzt.

Wegen ausbleibender Gäste aus dem Euro-Raum ist die Hotellerie besonders schwer von der Frankenstärke betroffen, wobei vor allem der alpine und ländliche Raum zu kämpfen hat. Allein in der Sommersaison von Mai bis Oktober 2015 buchten die europäischen Gäste 11 Prozent weniger Logiernächte in der Schweiz als 2014. Als Folge der schwierigen Rahmenbedingungen mussten im letzten Jahr 385 Beherbergungsbetriebe schliessen. Das entspricht 13 Prozent mehr Schliessungen als im Jahr 2014 und dem höchsten Wert seit Jahrzehnten. „Insgesamt mögen erfolgreiche Unternehmen dem Druck kurzfristig standhalten, doch auch sie können langfristig in Bedrängnis geraten, da sie aufgrund des hohen Margendrucks keine Investitionen für die Zukunft tätigen können, meint GastroSuisse.

Auch Restauration leidet unter Frankenstärke

Auch die Restauration kämpft mit den Auswirkungen der Frankenstärke. Der Gastronomietourismus ist ein Trend, der sich verstetigt. Gemäss einer LINK-Studie gehen 36 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer regelmässig und wiederholt ins Ausland zum Essen. Zunehmend werden auch Feiern ins Ausland verlagert. Dadurch gehen der Schweizer Restauration im Jahr rund vier Milliarden Franken Wertschöpfung verloren.

Durch die Umsatzrückgänge sind – laut GastroSuisse – bereits viele Stellen verloren gegangen. In den ersten beiden Quartalen 2015 sind laut der Beschäftigungsstatistik BESTA 2‘200 Vollzeit- Arbeitsplätze im Gastgewerbe weggefallen. „Ändert sich die Situation nicht, sind weitere Jobs gefährdet, schreibt GastroSuisse.

Über GastroSuisse

GastroSuisse ist der Verband für Hotellerie und Restauration in der Schweiz. Rund 20‘000 Mitglieder, davon gegen 3000 Hotels, organisiert in 26 Kantonalverbänden und vier Fachgruppen, gehören dem grössten gastgewerblichen Arbeitgeberverband an.

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