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100 Jahre Haecky: Aus einem schweren Start wurde eine Erfolgsgeschichte

100 Jahre Haecky: Aus einem schweren Start wurde eine Erfolgsgeschichte
Photo Credit To Wochenblatt Birseck/Dorneck - AZ Medien

Die Schweizer Haecky Gruppe feiert in diesem Jahr ihr 100-jähriges Bestehen. Das Familienunternehmen vertritt in der Schweiz rund 190 Marken und führt zudem mehrere Eigenmarken im Sortiment.

Die Erfolgsgeschichte begann in einer Zeit, in der die wenigsten ein Unternehmen gegründet hätten: 1915, inmitten des ersten Weltkriegs. Der erfolgreiche Hotelier Jean Haecky führte das Luzerner Traditionshaus «Hotel des Balances». Aufgrund des Kriegs wurde es zunehmend schwieriger, das Hotel auszulasten. Jean Haecky stellte aber fest, dass es auch in diesen Zeiten eine Nachfrage nach exklusiven Produkten gab. Der Unternehmer erkannte seine Chance zu diversifizieren. Er nutzte seine Beziehungen zu Weinproduzenten in Frankreich und begann, französische Weine zu importieren. Und das sehr erfolgreich. Am 22. April 1916 wurde die „Jean Haecky Hotel & Import AG“ gegründet, der Grundstein der heutigen Haecky Gruppe. In der Folge wurde das Geschäft mit dem Import von Weinen, Spirituosen und Lebensmitteln für den Hotelier immer bedeutender. Mehr und mehr Vertretungen exklusiver Marken wurden übernommen.

100 Jahre später ist die Haecky Gruppe ein erfolgreiches und modernes Familienunternehmen mit 270 Mitarbeitenden an vier Standorten und mehreren international erfolgreichen Eigenmarken. Im Sortiment sind mittlerweile über 2000 Produkte. Haecky bringt vom Hauptsitz in Reinach/BL aus über 190 Marken in die Schweiz – darunter viele mit Weltruf.

Weltmarken für die Schweiz

Schon die ersten Vertretungen waren Marken mit grossem Namen: Vielle Cure, Courvoisier, Heidsieck-Monopole und Cordial Médoc. 1920 folgten Dewar’s, Gordon’s und ein Jahr später Colman’s. Haecky war auch das erste Unternehmen, das nach dem Krieg und der russischen Revolution Kaviar auf den europäischen Markt brachte. 1923 folgte mit Grand Marnier eine weitere renommierte Marke. 1924 vertrat Haecky bereits 18 Firmen und beschäftigte 15 Angestellte.

Jubiläumszeitung 100 Jahre Haecky1928 gelang ein spezieller Coup

Am 30. April unterzeichnete Jean Haecky ein «Memorandum of Agreement» mit dem amerikanischen Ketchup-Hersteller H.J. Heinz. Quellen zufolge vertrieb Haecky das heutige Kultprodukt jedoch schon ab 1921. Damit ist die Haecky Gruppe der älteste Heinz-Importeur weltweit.

Dies sollten die Wegweiser für die kommenden 100 Jahre sein: Ausgesuchte und exklusive Marken für den Schweizer Markt importieren. Es folgte die Vertretung vieler weiterer grossen Namen wie zum Beispiel Tabasco (1959), Tio Pepe (1957), Jim Beam (1973), Amaro Montenegro und Molinari (1989), Rose’s (1999) und allein in 2015 weitere 15 Marken, darunter Vecchia Romagna, Bowmore, Yamazaki und Laphroaig.

Heute vertritt das Unternehmen in der Schweiz über 190 Marken. Dazu kommen Eigenmarken wie Casa Lo Alto (Wein aus Spanien), Deliciel (Patisserieprodukte), Picosa (Pilze), Sandro Vanini (Fruchtspezialitäten) oder Rum Coruba.

Peter Haecky (Verwaltungsratspräsident der Haecky Gruppe): „Bei aller Bescheidenheit wage ich zu sagen, dass vermutlich in jedem Schweizer Haushalt ab und zu ein Haecky-Produkt zu finden ist. Das macht mich stolz. Und es zeigt auch, dass unser Familienunternehmen in den letzten 100 Jahren vieles richtig gemacht hat.“

Ein modernes Familienunternehmen

Das Unternehmen ist noch heute im Besitz der Gründerfamilie Haecky. Die Familie identifiziert sich mit der Firmengruppe, der die renommierte Unternehmensberatung „Ernst & Young“ 2010 attestierte, ein „vorbildliches Schweizer Familienunternehmen“ zu sein. Der Verwaltungsrat der Haecky Gruppe setzt sich aus Familienmitgliedern der 3. und 4. Generation sowie externen Fachexperten zusammen. Das sorgt für Kontinuität, einen der Werte, für den der Name Haecky steht. Peter Haecky: „Partnerschaften sind uns wichtig. Dies führte beispielsweise dazu, dass wir 1957 eingeladen wurden, bei der Firma Gonzalez Byass Minderheitsaktionär zu werden.“

Einen wesentlichen Anteil am Erfolg der Haecky Gruppe haben – laut Firmenleitung – die Mitarbeitenden. Peter Haecky: „Das ist nicht die übliche Floskel, sondern wird seit 100 Jahren aktiv gelebt. Wir bilden Lernende aus, tragen Sorge zu den Menschen, die bei uns arbeiten und laden auch die Pensionierten regelmässig ein.“

Enge, aktive und offene Kommunikation mit den Partnern

Spezialisierung, Innovation, Kontinuität, Identifikation und hohe Transparenz – das sind für Markus Wehrli (CEO Haecky Gruppe) die entscheidenden Punkte für den Erfolg: „Wir pflegen eine enge, aktive und offene Kommunikation mit allen unseren Partnern, sowohl mit den Kunden als auch mit den Markeninhabern. Als Händler und gleichzeitig Hersteller von Markenartikeln haben wir ein vertieftes Gefühl und Verständnis für die Bedürfnisse unserer Partner.“

Mit dem Neubau der Produktionsstätte der Sandro Vanini im Tessin und der Integration des Patisserie- und Backwarenherstellers Deliciel AG hat die Haecky Gruppe in den letzten Jahren bewusst wesentliche strategische Schritte getätigt, nebst dem Handel mit hochwertigen Lebensmitteln, Spirituosen und Champagner auch ihre eigene Produktion zu stärken. Die von Haecky selber hergestellten Marken werden auch exportiert, vor allem Sandro Vanini.

Quelle: Haecky Gruppe

Interview mit Markus Wehrli, CEO der Haecky Gruppe

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