Villiger Celebration
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Urs Streuli: Einer der besten Schnapsbrenner der Schweiz

Urs Streuli: Einer der besten Schnapsbrenner der Schweiz

In der 5. Generation Landwirte und Schnapsbrenner sind die Streuli’s auf ihrem Hof in der Rietwies in Horgen. Dort bewirtschaftet er zusammen mit seiner Frau und seinen Eltern noch heute 11 Hektaren Land und erntet pro Jahr 20 Tonnen Obst. Ausserdem hat Urs Streuli noch einen Teilzeitjob als Schadeninspektor bei einer Versicherung und trotzdem bleibt ihm noch Zeit einige der besten Edeldestillate der Schweiz zu brennen. Davon zeugen auch die zahlreichen Auszeichnungen, die Urs Streuli für seine Brände schon erhalten hat

Urs Streuli brennt auch einen ausgezeichneten Kirsch aber es sind die speziellen Sorten wie die Rote Mirabelle, Brände von der Theilersbirne und der Gelbmöstler, ein sortenreiner Birnbrand, die ihm einen Spitzenplatz unter den besten Obst-Destillateuren eingebracht haben. Und dann ist da natürlich noch der feine Edelbrand aus der Schwarzen Johannisbeere, eine absolute Spezialität und Rarität. An der Destillata 2012 in Österreich erhielt er dafür die Auszeichnung „Edelbrand des Jahres“. Entsprechend tönt auch die Bewertung der Fachjury: „Betörend duftige, klare, feine Johannisbeerfrucht; animierend frisch und restlos sortentypisch; würzig-aromatisch und anhaltend am Gaumen; langes, fruchtiges Finale.“ Gegen 187 Betriebe aus 10 Nationen hat sich Urs Streuli mit seiner Schwarzen Johannisbeere durchgesetzt.

Eine exklusive Rarität: Die Rote Mirabelle

Auch die Rote Mirabelle von Urs Streuli ist eine Rarität. Gerade Mal 50 Flaschen à 35 ml füllte Streuli 2013 ab (es war die erste Ernte). Mehr Rote Mirabellen gaben seine Bäume nicht her. Immerhin braucht es 4.5 kg der seltenen Früchte für 35 ml Destillat. Auch dieser Brand wurde ausgezeichnet: An der Schweizerischen Schnapsmeisterschaft erzielte er 19.5 von 20 Punkten. Die Jury umschreibt den Brand wie folgt:
“Intensive, reife Mirabellenfrucht, sehr zart, elegant, frisch,
ein Hauch Zimt, dezenter Steinton. Im Gaumen intensiv fruchtig, kraftvoll, elegant, rund und saftig, grossartige Fruchtaromen und unendliche Länge im Abgang.” Kein Wunder sind die 50 Fläschchen des Jahrgangs 2013 bereits lange ausverkauft. Liebhaber müssen bis Dezember 2014 warten, dann steht der Jahrgang 2014 bereit. Sozusagen als Weihnachtsgeschenk für Schnapsliebhaber. Gebrannt hat Urs Streuli den exklusiven Mirabellenschnaps im August 2014. Er muss aber noch einige Zeit lagern und ist dann im Dezember 2014 trinkbereit. Leider war die Ernte der Roten Mirabellen dieses Jahr extrem schlecht, sodass es nur rund 20 Flaschen zu kaufen geben wird. Die Mirabellenbäume hat Urs Streuli vor 10 Jahren selbst gepflanzt und hofft in den nächsten Jahren auf bessere Erträge.

Der alte Brennhafen von Urs Streuli
Der alte Brennhafen von Schnapsbrenner Urs Streuli

„Qualität ist mir lieber als Quantität“

Insgesamt 19 Obstbrände hat der Horgener Meisterbrenner in seinem Sortiment. Allesamt Kleinauflagen, die er jedes Jahr sortenrein destilliert. Die kleinen Mengen haben ihren Grund: „Ich verarbeite praktisch nur Früchte die auf unserem eigenen Land gedeihen und Qualität ist mir lieber als Quantität“, sagt Urs Streuli. Und damit wären wir auch beim Geheimnis, das die Brände von ihm so aussergewöhnlich macht: es sind seine eigenen Früchte, die er das ganze Jahr hegt und pflegt und auch von diesen nimmt er nur die Besten. Hat man früher die Früchte die zu klein oder schon ein wenig angefault waren zum Schnapsbrennen gebraucht, macht es Urs Streuli genau umgekehrt. Nur einwandfreie, gesunde Früchte finden den Weg in den Brennhafen. Und dann ist da natürlich das Wissen und die Erfahrung, die seine Destillate so einzigartig machen und die Liebe zum Brennen und viele kleine Geheimnisse, die Urs Streuli natürlich nicht preisgibt.

Mit Holz befeuerte Brennhäfen

Speziell sind auch die beiden Brennhäfen, die im kleinen alten Wäschehaus neben dem Wohnhaus untergebracht sind. Den Alten hat sein Urgrossvater Heinrich Streuli im Jahr 1894 für 460 Franken und ein paar Rappen von einem Wädenswiler Bauern gekauft. Im Jahr 2003 hat Urs Streuli das Bauerngut und damit den ein wenig runtergekommenen Brennhafen übernommen. Er musste ihn zuerst restaurieren und wieder neu aufbauen, erst dann konnte er mit dem Brennen beginnen. Vor drei Jahren hat Urs Streuli dann noch eine zweite, neue Destillieranlage gekauft, zu einem Preis, mit dem sein Urgrossvater noch einen zweiten, kleinen Hof hätte kaufen können. Eines haben beide Brennhäfen gemeinsam: sie werden noch wie früher mit Holz befeuert. Den Neuen setzt Streuli vor allem für Äpfel und Birnen ein: „Er ergibt feinfruchtigere Edelbrände, die am Gaumen liebevoller sind“, sagt er. Der alte Brennhafen ergibt Schnäpse, die etwas kantiger und rauer sind. In diesem brennt er vor allem Steinfrüchte wie Zwetschgen und Kirschen.

Gelernt hat Urs Streuli das Brennen im Selbststudium, eine eigentliche Ausbildung gibt es dafür nämlich nicht. Er verschlang Fachliteratur und pröbelte und pröbelte. Und da war noch Peter Dürr, der leider Ende 2013 verstorben ist. Der Schweizer „Schnapspapst“, wie ihn viele Brenner nannten, war jahrelang an der landwirtschaftlichen Forschungsanstalt Agriscope in Wädenswil für das Brennereiwesen zuständig. Peter Dürr stand ihm mit Rat und Tat zur Seite und besuchte ihn oft in der Rietwies.

Zurich Dry Gin

Seinen Lebensunterhalt verdienen kann Urs Streuli von den 1’000 bis 2’000 Flaschen Edelbrand, die er im Jahr produziert, nicht. Diesen verdient er mit seinem Job als Schadeninspektor. Dass er nicht vom Schnapsbrennen leben muss, hat aber auch Vorteile:“Ich muss nicht auf Quantität setzen und muss keine Kompromisse eingehen“, sagt Urs Streuli. Und er kann immer wieder etwas Neues ausprobieren, auf das Risiko hin, dass es dann nichts daraus wird, das sich vermarkten lässt. So hat er sich vor einigen Monaten an die Produktion eines Gin gemacht. Die ersten Proben hatten ihn nicht überzeugt, so hat er mit Unterstützung der Agriscope weiter getüftelt, bis am Hahnen des Brennhafens das herauskam, was ihn überzeugte: Ein wunderbarer Gin mit ausschliesslich natürlichen Zutaten an Botanicals und ohne jegliches Beimischen von süssenden Stoffen. Er taufte ihn „Zurich Dry Gin“ und dieser ist mittlerweile auch in seinem Onlineshop zu haben. Ein Gin mit intensivem Duft von Wachholderbeeren, begleitet von Zitrusnoten und dem Geschmack von weiteren spannenden Gewürzen, deren Namen Urs Streuli nicht preisgibt.

Interview mit Urs Streuli:

Schnapsbrenner Urs Streuli aus Horgen
Schnapsbrenner Urs Streuli aus Horgen

Drinks-and-more.ch: Whisky boomt und Gin sowieso. Die Obstbrände fristen aber unberechtigterweise ein Schattendasein, Woran liegt das?
Urs Streuli: Einerseits am fehlenden Marketing, andererseits hat es auch damit zu tun, dass in der Vergangenheit viele qualitativ schlechte Produkte auf dem Markt waren. In den letzten Jahren hat eine neue Generation von Brennern neue innovative und qualitativ hochstehende Produkte auf den Markt gebracht. Es ist uns aber bis heute noch nicht gelungen ein breiteres Publikum darauf aufmerksam zu machen.

Drinks-and-more.ch: Wie könnte man die Rahmenbedingungen verbessern, damit der Obstbrand den Stellenwert erhält, den er verdient?
Urs Streuli: Ein Ansatz wäre sicher die Qualitätsobstbrände durch gemeinsame Marketinganstrengungen wieder populärer zu machen. Daneben haben wir auch schlechte Rahmenbedingungen, zum Beispiel wegen der hohen Alkoholsteuer im Vergleich zum Ausland.

Drinks-and-more.ch: Was sind die Grundvoraussetzungen für Edelbrände in der Qualität, wie Sie sie herstellen?
Urs Streuli: Ein wichtiges Kriterium ist sicher die Qualität der Früchte. Ich verarbeite nur Tafelobstqualität. Das heisst, die Früchte dürfen keine Faulstellen aufweisen und müssen den optimalen Reifegrad besitzen. Zusätzliche Massnahmen wie Entstielen und teilweises Entsteinen bringen dann noch das gewisse Etwas. Was es dann noch braucht ist Erfahrung, eine saubere Destillation und Freude am brennen.

Drinks-and-more.ch: Welches ist Ihr persönlicher Lieblingsbrand?
Urs Streuli: Brände von alten Birnen, wie der Theilersbirne oder der Knollbirne finde ich sehr spannend aber natürlich auch das Destillat aus der schwarzen Johannisbeere, das mit einzigartigen Aromen fasziniert.

Drinks-and-more.ch: Was trinken Sie, wenn Sie mal nicht Ihre eigenen Produkte geniessen?
Urs Streuli: Ich geniesse sehr gern ein Glas Wein in meiner Freizeit aber auch Fruchtbrände anderer Produzenten, weil mich die Aromenvielfalt der Obstbrände fasziniert und auch um zu sehen, wo ich mit meinen Produkten im Vergleich zu den Mitbewerbern stehe.

Drinks-and-more.ch: Sie sind sicher bereits wieder etwas am austüfteln? Was ist in der Zukunft von Ihnen zu erwarten?
Urs Streuli: Konkret habe ich nichts geplant aber ein Birnenbrand, der im Holzfass ausgebaut wird oder ein Williams aus dem Holzfass könnte mich schon reizen.

Drinks-and-more.ch: Herr Streuli, wir danken Ihnen herzlich für das Gespräch.

Mehr über Urs Streuli und seine unvergleichlichen Edeldestillate: www.streulis.ch

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